Der Kassier und Schatzmeister

Er steht gerne im Hintergrund und tritt für die meisten Mitglieder eines Vereins nur zur Jahreshauptversammlung in Erscheinung, wenn er den Kassenbericht abgibt. Ob Frau oder Mann, in der Regel gehört der Kassier bzw. Schatzmeister zu den ruhigeren Zeitgenossen – manch einer soll sogar ausgesprochen mürrisch sein. Vor allem, wenn er mit dem 1. Vorsitzenden zu tun hat und dieser wieder Geld ausgeben will, das der Verein NATÜLICH NICHT hat.

Dieser Auffassung ist jeder gute Kassier, selbst wenn er mehrere tausend Euro auf dem Vereinskonto angehäuft hat. Weil: Es werden noch schlechtere Zeiten kommen – das steht für den umsichtigen Kassenwart so fest wie das Amen in der Kirche.

Selbstverständlich trifft die Beschreibung sowohl auf weibliche als auch männliche Vertreter eines Schatzmeisters bzw. einer Schatzmeisterin zu.

Natürlicher Gegner: Der Vorsitzende

Kassier und 1. Vorsitzender sind die beiden großen Säulen des Vereins. Und sie sind natürliche Gegner. Sollten sie sich zu gut verstehen, ist größtes Misstrauen geboten, denn es bedeutet

  1. entweder der 1. Vorsitzende gibt den Ton an und der Verein ist früher oder später pleite
  2. oder der Kassier bestimmt die Marschrichtung des Vereins, die zwangsläufig in die Entwicklungsstarre führt.

Ergo: Es ist gut und für die Zukunft des Vereins gesund, wenn sich 1. Vorsitzender und Kassier kappeln, sobald es um die Finanzen geht.

Im Gegensatz zu Schriftführern ist der Kassier das Vorstandsmitglied, das in der Regel am längsten im Amt ist. Bis auf wenige Ausnahmen, wenn z.B. ein Betriebswirtschaftsstudent (zieht weg) zum Kassier gewählt worden ist, bringt er es häufig auf Jahrzehnte im Amt.

Wie kaum ein anderer identifiziert er sich mit dem Verein.

Einstimmig gewählt!

Der großen Bühne des 1. Vorsitzenden oder der Aktiven (sei es im Sport, im Theater oder bei der Musik) bleibt der Kassenwart fern, er sorgt lieber gewissenhaft und sparsam dafür, dass das finanzielle Rückgrat des Vereins gesichert ist. Den Applaus braucht er nicht, Lob weist er gerne ruppig zurück, denn Erfolg und Anerkennung seiner Arbeit zeigen sich für ihn persönlich (und das ist maßgebend) vor allem in drei Charakteristika:

  1. Bei Neuwahlen ist er derjenige, der immer einstimmig gewählt wird (schlimmstenfalls mit zwei Enthaltungen: seiner und die seiner Frau bzw. ihres Mannes).
  2. Die Kassenprüfer bekunden beim jährlichen Kassenbericht „eine ordentliche Kassenprüfung und keine Beanstandungen“.
  3. Für wirklich schlechte Zeiten: Es existiert ein kleines, aber feines schwarzes Konto, von dem nur er weiß.

Was haltet ihr von unserer Beschreibung eines Vereinskassiers? Ist euer Kassier so einer – oder doch ganz anders? Wie immer freuen wir uns über eure Meinung via Kommentar-Funktion oder einfach per eMail an blog@vereinskult.de.

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