Pressearbeit im Verein, Teil 3: Fünf PR-Irrtümer

Einer der häufigsten Vorwürfe, den ich in meiner Zeit als Lokalredakteur von Seiten der Vereinsverantwortlichen gehört habe: „Ihr schreibt immer nur die Nachnamen der Personen, das klingt sehr unhöflich.“ Nun, es ist tatsächlich in ALLEN Zeitungen so, dass beim ersten Mal Vorname und Nachname genannt werden – und anschließend nur noch der Nachname. Zeitungsleute folgen nur einer sehr, sehr langen Tradition und sind – zumindest in dieser Hinsicht – nicht unhöflich.

Ein Irrtum also, wie fünf andere PR-Irrtümer auch, die nach den Grundlagen im ersten Teil und den Zielgruppen der Pressearbeit im zweiten Teil diesmal vorgestellt werden sollen.

PR-Irrtum 1: Platzieren Sie bitte den Beitrag.

Redaktionen von Tageszeitungen sind unabhängig in ihrer Entscheidung, ein Thema aufzugreifen – oder auch nicht. Der Schriftführer, Pressesprecher oder Vorsitzende eines Vereins kann folglich keinen Beitrag platzieren, er kann ihn der Redaktion nur anbieten. In den Lokalmedien wird man dabei jedoch auf wohlwollende Redakteure treffen, die ohne Not einen Text samt Foto nicht ablehnen werden. Allerdings ist Redigieren (redaktionell überarbeiten) und Kürzen durchaus die Regel.

Der VereinsKULT-Tipp: Vorher anfragen, ob es Leitlinien für Berichte gibt, ob das Thema interessant ist und was letztlich gewünscht wird. Allein dies führt meist schon zu besseren Ergebnissen und zur größeren Zufriedenheit auf beiden Seiten.

Wer schließlich wirklich einen Beitrag platzieren will, kommt nicht umhin, Geld zu investieren und eine Anzeige zu schalten. Hier steht es frei, nach Belieben zu schreiben und zu gestalten – man zahlt ja schließlich auch dafür.

PR-Irrtum 2: Eine Pressemeldung muss lang sein.

Wer bedenkt, dass die meisten Zeitungsleser nur das Foto anschauen und die Überschrift lesen – und es nur die allerwenigsten bis zum Ende eines Textes schaffen, wird dem Prinzip „In der Kürze liegt die Würze“ huldigen.

Der VereinsKULT-Tipp: Häufig reicht ein schönes Foto mit Bildunterschrift, das man der Redaktion zur Verfügung stellt. Und gar nicht so selten wird der Verein dann damit belohnt, dass das Foto größer als sonst üblich abgedruckt wird.

PR-Irrtum 3: Gäste und die Mahlzeit sind interessant.

Wer war denn da? Und was gab es zu essen? Was im realen Leben tatsächlich interessieren kann, ist in einem Zeitungsbericht wenig bis gar nicht spannend. Zumal es in den Berichten meist bei der bloßen Nennung bleibt ohne jegliche Zusatzinformation. Also, wenn schon Kuchenbuffet, dann bitte die Kult-Buttertorte von Tante Frieda, die es nur einmal in der Stadt gibt.

PR-Irrtum 4: Anzeigenblätter sind blöde.

Nein, sind sie nicht. Denn im Gegensatz zu Tageszeitungen sind hier die Redaktionen froh um jeden Artikel, den sie nicht selbst schreiben (und bezahlen) müssen. Darum einfach mal versuchen, was möglich ist – aber bitte immer daran denken, dass überlange, langweilige Texte hier zwar vielleicht veröffentlicht werden; aber werden sie auch gelesen?

PR-Irrtum 5: Facebook geht ganz einfach.

Der Friedhof der Facebook-Fanpages von Vereinen wächst rasant, denn: Nach der ersten Euphorie merken die Seitenbetreiber, dass es Arbeit kostet, eine Fanpage mit stets neuen Inhalten zu pflegen. Und die Regelmäßigkeit von sogenannten Postings ist elementar für das Gelingen und die Resonanz einer Fanpage.

Der VereinsKULT-Tipp: Vor der Seite kommt das Team, das sich für die Pflege bereit erklärt. Zwei bis drei Verantwortliche und ein paar Zuarbeiter UND zu Beginn etwas Ruhe, um sich eingehend Gedanken zu machen, was man denn überhaupt will. Dann kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen.

Ihr kennt noch weitere PR-Irrtümer? Dann verratet sie uns doch bitte via Kommentar-Funktion oder einfach per eMail an blog@vereinskult.de.

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Kommentare

  1. Sehr schön geschrieben! Jaaa, es gibt so einige PR-Irrtümer und ich finde es toll, dass ihr aufklärt. Schön auch: „Ihr müsst nur oft genug hinterher telefonieren, dann berichten die Medien schon.“ 🙂

    Liebe Grüße
    Verena

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