Marine in München, Ski in Hamburg

Ganz klar, bairische Folklore gehört nach Bayern. Und Ski gefahren wird in den Bergen. Außerdem ist die Marine in Hamburg und weiter nördlich zugange, wo auch sonst? Und selbstverständlich wird der St. Patrick´s Day nur in Irland gefeiert.

Weit gefehlt – und schuld daran sind … natürlich Vereine.

Weil es wichtig ist und nicht jeder Texte bis zum Ende liest, ein kleines Statement vorab: Schon immer waren Vereine auch ein Ort, an dem Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammenkamen. Sie boten und bieten die Möglichkeit, Neues zu erfahren, sich gegenseitig kennenzulernen und Grenzen zu überspringen.

Ich behaupte mal: Auch jenseits eigens ins Leben gerufener Hilfs- und Fördervereine fand und findet in sehr vielen Vereinen ganz praktische Völkerverständigung statt.

Irland und Australien in Deutschland

Ganz offensichtliche Beispiele sind hier die Vereine, die von „Einwanderern“ jeglicher Couleur gegründet worden sind. Hier pflegt man die Erinnerung an die zurück gelassene Heimat, trägt aber auch dazu bei, dass die Menschen in der neuen Heimat eine Menge über eine, ihr vielleicht fremde Kultur erfahren. Nur exemplarisch genannt sind hier die Iren, die weltweit und natürlich auch in Deutschland spätestens am 17. März in der Öffentlichkeit präsent sind. Dann wird nämlich der St. Patrick`s Day  gefeiert, häufig mit Paraden und Festen. Ob Würzburg oder Düsseldorf, die Iren sind da.

Wer mehr darüber wissen will, sollte auf der Internetseite der Deutsch-Irischen Gesellschaft e.V. Düsseldorf vorbeischauen, denn hier gibt es u.a. eine Vereinsliste, in der sogar eine Deutsch-Irische Juristenvereinigung e.V. nicht fehlen darf.

Mit etlichen Vereinen in der Bundesrepublik präsent sind auch die Australier. Neben „klassischen“ Vereinen wie der Deutsch-Australische Freundschaft in Sindelfingen e.V.  findet sich hier auch der flydoc australia e.V.. Er sammelt vor allem Spenden und unterstützt damit die Arbeit der fliegenden Ärzte von Australien (Royal Flying Doctor Service of Australia).

Bayern außerhalb von Bayern

Dass die Bajuwaren schon immer ein eigenes Völkchen waren und gerne andere an ihrem „weiß-blauen“-Himmel teilhaben möchten, ist bekannt. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass es den Verein der Bayern in Berlin e.V. gibt, der sogar eine eigene Almhütte in der Hauptstadt betreibt.

Wer dem Verein der Bayern zu Chemnitz begegnet, vermutet meist die Gründung nach dem Mauerfall. Jedoch: Dieser Verein hatte sein Geburtsjahr bereits 1875, als immer mehr Bayern der Arbeit wegen nach Chemnitz zogen.

Überraschungen in zwei Großstädten

„Am Freitag auf’d Nacht montier I de Schi, auf mei Auto und dann begib I mi“ …. nein, nicht wie Wolfgang Ambros meinte, in das Stubaital sondern nach Hamburg, zumindest, wenn man Mitglied im Ski-Club Hanseaten e.V. ist. Dort begrüßt man sich auf der Homepage auch nicht mit „Ski heil“, sondern mit “Moin moin” und freut sich ansonsten an den Skivergnügungen der Hansestadt.

 Was die Hamburger können, können die Münchner schon lange. Und während die einen die Berge und die Skiausrüstung in den Norden bringen, huldigen die anderen der „Hohen See“ im tiefen Süden der Republik. Ob in der Marinekameradschaft München von 1890 e.V bei regelmäßigen Bordabenden oder bei der Ubootkameradschaft München 1926 (letzter Heimathafen: Deutsches Museum) beim monatlichen Treffen im Hofbräuhaus – Geselligkeit ist Trumpf.

Kennt Ihr Vereine, die man nicht unbedingt dort erwartet hätte, wo sie sind? Oder seid Ihr sogar Mitglied eines solchen Vereins? Dann erzählt uns doch von Eurem Vereinsleben via Kommentar oder einfach per eMail an blog@vereinskult.de. Wir berichten sehr gerne davon.

 

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