Der undankbare Job des Schriftführers

Er ist derjenige, der die Geschichte eines Vereins und vor allem seiner Versammlungen und Sitzungen dokumentiert, seine Aufzeichnungen dienen der Vorstandschaft wie den Mitgliedern eines Vereins als

  • Information über Diskussionen, Planungen und Entscheidungen.
  • Grundlage bei internen Auseinandersetzungen: Wer hat was wann und wo gesagt?
  • Konkrete Richtlinie, wer was zu tun hat und dafür verantwortlich ist (To-do-Liste).

Selbstverständlich trifft die Beschreibung sowohl auf weibliche als auch männliche Vertreter eines Schriftführers zu.

Sofern ein Verein diese Ämter vorsieht, arbeitet der Schriftführer mitunter in Personalunion als Bildungsbeauftragter und Pressesprecher/Medienbeauftragter. Vom Typus her ähnelt er häufig dem des 2. Vorsitzenden – Lehrer trifft man hier ebenso wie Studenten und Haufrauen/-männer.

Im Gegensatz zum 2. Vorsitzenden sind Schriftführer ohne Ambitionen, wenn es um die Vereinshierarchie geht. Ein 1. Vorsitzender, der vorher Schriftführer war – das ist bestenfalls die Ausnahme, die die Regel bestätigt.

Im Gegensatz zum Kassier haben Schriftführer meist keine lange Amtsdauer. Denn ihr Job ist undankbar:

  • Neben dem 1. Vorsitzenden und Kassier ist es der Posten, der vom Aufgabenprofil untrennbar mit konkreter, unaufschiebbarer Arbeit verbunden ist: Das Protokoll der vorhergegangenen ist Bestandteil (Genehmigung) der aktuellen Sitzung!
  • Weil (zu) viele (Vorstands-)Mitglieder im Verein meinen, dass sie schreiben können, wird die Arbeit des Schriftführers wenig wertgeschätzt („Das kann doch jeder.“). Auch, wenn es an Alternativen fehlt, darf deshalb der Kandidat für den Schriftführer nicht einmal mit einer einstimmigen Wahl rechnen.
  • Schließlich: Die Erinnerung des Menschen ist trügerisch und immer sehr persönlich, so dass nicht selten am Protokoll herumgemäkelt wird. Und zwar unabhängig davon, ob es sich um ein Wortlaut- oder Ergebnisprotokoll handelt.

Kein Wunder also, dass die Fluktuation bei Schriftführern hoch ist.

Was haltet ihr von unserer Beschreibung eines Schriftführers? Habt ihr andere Erfahrungen gemacht oder kennt Ihr Schriftführer, von denen ihr gerne erzählen möchtet? Dann schreibt uns doch bitte via Kommentar-Funktion oder einfach per eMail an blog@vereinskult.de.

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Kommentare

  1. Sven Wagner

    Es gibt auch freiwillige Schriftführer und stellvertretende Schriftführer. Das find ich ist ein Amt wo man dezent im Hintergrund agieren kann ohne zwingend offen agieren zu müssen. Wer also halbwegs fit in Rechtschreibung ist und bei so Sitzungen auch selber gern mal was für sich notiert kann also ruhig mal über so ein Amt nachdenken.

    • Sybille

      Genauso sehe ich das auch. Ich möchte nicht offen agieren und die damit verbundene Verantwortung übernehmen, sondern mich im Hintergrund einbringen. Daher ist das Amt des Schriftführers für mich ideal.

  2. xaver

    Nun ja, das ist ja alles schön und gut, hängt aber letztlich von der Führungspersönlichkeit und dessen Führungsstil ab. Dass sich Vereinsvorstände durch Managerqualitäten auszeichen ist m. E. ein Trugschluß, folglich hat man sich mit Patriarchen, Despoten, Egomanen, etc. rumzuschlagen. Die Zusammenarbeit mit solchen Charakteren ist schwierig, das sie stets alles besser wissen, spontane Anders-Entscheidungen ohne Absprachen treffen, Prozesse und Abläufe in voller Fahr an sich bzw. das Ruder herumreißen nach Gutdünken.
    Oftmals ist langjährige Erfahrung Ursache dieser Manöver, doch leider werden die zugrunde liegenden Entscheidungen einsam getroffen ohne
    Rücksprachen ohne Informationen, etc. was die Kompetenz der Führungsmannschaft des Vereins häufig konterkariert.
    Eine gewissen Dickfelligkeit, Frustrationstoleranz, auch Ignoranz gegenüber „war nicht so gemeint“ ist da schon von Nöten.

  3. Elisabeth

    Ich bin seit neun Jahren Schriftführerin in einem Chor und übe mein Amt sehr gerne aus.
    Toll finde ich, dass man, wie schon gesagt, im Hintergrund agiert und einen wichtigen Part im Vereinsleben einnimmt. Andere Leute erfreuen sich an deinem Geschriebenen und Bildern, die du zufügst.
    Du hast auch ein Mitspracherecht bei den Vorstandssitzungen und musst nicht das, was andere über dich bestimmen einfach hinnehmen, sondern kannst mitbestimmen was im Verein geschieht.

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